Die Londoner Polizei hat mit Apple eine Vereinbarung getroffen, die darauf abzielt, den Weiterverkauf gestohlener iPhones zu erschweren und diese für Diebe unattraktiver zu machen. Der Ansatz verbindet verstärkte technische Schutzmaßnahmen mit einem direkten Datenaustausch zwischen Apple und den Strafverfolgungsbehörden.
Im Jahr 2023 wurden allein in den USA etwa 1,4 Millionen Mobiltelefone gestohlen. London gilt Berichten zufolge als eine der Städte mit der höchsten Diebstahlrate bei Mobiltelefonen; dort werden täglich rund 200 Geräte gestohlen.
Im Rahmen dieser Bemühungen hat Apple in iOS .4 seine Funktion zum Schutz vor Diebstahl verbessert, sodass es für Diebe schwieriger wird, die Sicherheitseinstellungen zu ändern, ein gestohlenes iPhone auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen oder es als neues Gerät einzurichten.
Bisher konnten Diebe, die Ihren Passcode kannten (oder Ihr iPhone entwendeten, während es noch entsperrt war), das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, wodurch Ihr Konto gelöscht wurde und das Gerät für den Weiterverkauf wie neu aussah. Der Schutz für gestohlene Geräte verhindert dies, indem er für wichtige Änderungen eine biometrische Authentifizierung und nicht nur einen Passcode verlangt.
Die New Yorker Polizei hat damit begonnen, Identifikationsdaten von als gestohlen gemeldeten Geräten an Apple weiterzugeben. Im Gegenzug kann Apple Daten darüber bereitstellen, ob diese Geräte später versuchen, sich wieder mit einem Netzwerk zu verbinden oder reaktiviert zu werden.
Die Polizei sagt, dass sie dadurch ein besseres Bild davon bekommt, was mit gestohlenen Geräten geschieht: Werden sie vor Ort wieder eingeschaltet? Ins Ausland verschickt? Oder für Ersatzteile zerlegt?
Der Polizeichef von London, Sir Mark Rowley, erklärte, Apple gehe davon aus, das technische Problem „gelöst“ zu haben. Seitdem sind die Handydiebstähle in London im Vergleich zum Vorjahr um 18 % zurückgegangen, wobei Westminster (der am stärksten betroffene Stadtteil der Hauptstadt) einen Rückgang von 45,8 % verzeichnete.
Angesichts der ersten Erfolge drängt die Met auf umfassendere Veränderungen.
Der Kommissar hat sich schriftlich an den Innenminister gewandt und Gesetze gefordert, die alle Handyhersteller und Mobilfunkbetreiber dazu verpflichten würden, Informationen über gestohlene Geräte weiterzugeben und Maßnahmen zu ergreifen, die gestohlene Geräte unbrauchbar machen.
In diesem Zusammenhang hat die Londoner Polizei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch Samsung und Google die Gerätesicherheit verbessern, um dem Problem des Handydiebstahls entgegenzuwirken, was darauf hindeutet, dass dies zu einer branchenweiten Erwartung werden wird und nicht nur eine Initiative von Apple bleibt.
Mögliche Fallstricke
Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist es wichtig, darauf zu achten, welche Daten weitergegeben werden und wer sie einsehen kann.
Bisherigen Berichten zufolge tauschen Apple und die Londoner Polizei Gerätekennungen sowie allgemeine Informationen darüber aus, ob ein gestohlenes Telefon versucht hat, sich erneut zu verbinden oder reaktiviert zu werden. Theoretisch klingt das sehr eng gefasst und zweckgebunden: Gerät X als gestohlen gemeldet und versuchte später, sich in Land Y zum Zeitpunkt Z mit dem Internet zu verbinden. Es gibt keine öffentlichen Hinweise darauf, dass Inhalte, Kontakte oder Standortverläufe pauschal weitergegeben werden.
Es besteht zudem die Gefahr, dass jemand Ihr Smartphone als gestohlen meldet. Wird ein Gerät fälschlicherweise als gestohlen gemeldet, könnten die Schutzmaßnahmen, die eigentlich Diebe abwehren sollen, einen unschuldigen Nutzer aussperren und das wertvolle Gerät unbrauchbar machen. Ohne transparente Einspruchsmechanismen ist dies ein erhebliches Problem.
Die Maßnahmen könnten zudem Herausforderungen für Recyclinginitiativen, seriöse Reparaturwerkstätten und Aufbereiter mit sich bringen. Diese könnten bei der Diagnose, Instandsetzung oder dem Weiterverkauf von Geräten mit zusätzlichen Hindernissen konfrontiert werden, sollten die Diebstahlschutzmaßnahmen verschärft werden.
Bleiben Sie sicher
Stellen Sie sicher, dass Ihr Smartphone durch einen sicheren Passcode und biometrische Sicherheitsfunktionen wie Face ID oder einen Fingerabdruck geschützt ist.
Aktivieren Sie die „Find My“-Funktion von Apple oder die Android und stellen Sie sicher, dass sie mit einem sicheren Passwort für das Konto verknüpft ist.
Beschränken Sie die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm auf ein Minimum, damit Diebe nicht sofort Zugriff auf Ihre sensiblen Daten erhalten, falls sie Ihr Gerät in die Hände bekommen.
Wenn Sie ein gebrauchtes Handy kaufen, wenden Sie sich an einen seriösen Verkäufer und vergewissern Sie sich, dass das Gerät vom Vorbesitzer zurückgesetzt wurde. Führen Sie die Ersteinrichtung in Anwesenheit des Verkäufers durch, um sicherzustellen, dass das Handy nicht an das Konto einer anderen Person gebunden ist oder als gestohlen gemeldet wurde.
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