Kurzvideo-Plattformen wie TikTok und Instagram sind mittlerweile die beliebteste Methode von Cyberkriminellen, um Malware zu verbreiten.
Wir haben bereits beobachtet, dass Angreifer sich von herkömmlichen Phishing-E-Mails abwenden und stattdessen auf Taktiken setzen, mit denen sie Nutzer dazu verleiten, Malware selbst zu installieren. Nun werden sie mit raffinierten Videos in den sozialen Medien geködert, die kostenloses Spotify Premium, Windows kostenlose Windows oder kostenloses Microsoft Office versprechen, den Nutzern aber stattdessen Datendiebstahl-Software auf ihren Windows hinterlassen.
Forscher von ReversingLabs haben zwei aktive Kampagnen aufgedeckt, bei denen kurze Videos eingesetzt werden, um Nutzer dazu zu verleiten, gefährliche PowerShell-Befehle auszuführen oder bösartige Download-Seiten aufzurufen. Ähnliche Kampagnen wurden bereits von anderen Forschern und nationalen Cybersicherheitsbehörden gemeldet, was auf einen wachsenden Trend hindeutet: Cyberkriminelle lernen, Social-Media-Algorithmen ebenso effektiv zu nutzen wie Marketingfachleute.
Ganz im Stil der sozialen Medien versprechen die Videos auf Plattformen wie TikTok und Instagram , ein Problem zu lösen, von dem man gar nicht wusste, dass man es hat. Der Haken daran ist, dass man durch das Befolgen der Anweisungen Malware auf sein Gerät lädt.
Wie der Betrug funktioniert
Die erste Kampagne wirkt auf den ersten Blick professionell.
Konten mit Namen wiewindows.tips“ oderwindows.insights“ verwenden ein Branding Windows und veröffentlichen professionell gestaltete Tutorial-Videos, die wie echte Inhalte des technischen Supports wirken. Die Videos sind mit Stichwörtern zu Windows Office versehen, sodass sie neben legitimen Inhalten zu Fehlerbehebung und Tipps erscheinen.
Die Videos versprechen, Spotify Premium, Microsoft Office oder Windows freizuschalten. Die Zuschauer werden dann durch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geführt, bei der sie unter anderem Powershell – ein legitimes Windows – öffnen und Befehle einfügen sollen. Diese Befehle laden Malware herunter und führen sie aus, ähnlich wie bei den ClickFix-Betrügereien, über die wir bereits berichtet haben.
Die Malware wurde als „Vidar“ identifiziert, ein Infostealer, der darauf ausgelegt ist, sensible Daten von infizierten Geräten zu stehlen. Vidar zielt in der Regel auf:
- Gespeicherte Browser-Passwörter
- Daten automatisch ausfüllen
- Browser-Cookies
- Kryptowährungs-Wallets
- Daten zur Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
- Daten des TOR-Browsers
Die gestohlenen Daten werden anschließend an Server zurückgesendet, die von den Angreifern kontrolliert werden.
Wie man sicher bleibt
Untersuchungen zu ähnlichen Angriffen über TikTok zeigen, dass diese Skripte häufig Ausnahmen in Windows hinzufügen, wodurch es für Sicherheitssoftware schwieriger wird, künftige böswillige Aktivitäten zu erkennen.
Glücklicherweise gibt es ein paar einfache Möglichkeiten, sich zu schützen:
- Laden Sie Software nur von den offiziellen Websites der Anbieter herunter.
- Seien Sie skeptisch gegenüber „kostenlosen“, geknackten oder inoffiziellen Versionen kostenpflichtiger Software.
- Befolgen Sie Anweisungen auf einer Webseite nicht, ohne sie gründlich zu überdenken, insbesondere wenn Sie auf der Seite aufgefordert werden, Befehle auf Ihrem Gerät auszuführen oder Code zu kopieren und einzufügen. Viele ClickFix-Seiten nutzen Countdowns, gefälschte Besucherzähler oder andere Druckmittel, um Sie zu einer schnellen Handlung zu bewegen.
- Überprüfen Sie, ob die heruntergeladenen Dateien Ihren Erwartungen entsprechen.
- Überprüfen Sie den Herausgeber und die digitale Signatur einer Datei, bevor Sie sie ausführen. Unter Windows können Sie dies in der Regel überprüfen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei klicken und„Eigenschaften“>„Digitale Signaturen“ auswählen. Beachten Sie, dass eine gültige Signatur keine Garantie für die Sicherheit einer Datei darstellt, fehlende oder verdächtige Signaturen jedoch oft ein Warnsignal sind.
- Verwenden Sie eine Echtzeit -Anti-Malware-Lösung, um Malware wie Infostealer zu blockieren, bevor sie ausgeführt wird.
Profi-Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Video, eine Nachricht oder eine Website echt ist, kannst du Malwarebytes Guard danach fragen. Das Tool hilft dir dabei, verdächtige Inhalte zu erkennen, und gibt dir Tipps, wie du am besten vorgehen solltest.
Bild mit freundlicher Genehmigung von ReversingLabs
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