Wähle deinen WhatsApp-Benutzernamen sorgfältig aus

| 6. Juli 2026
WhatsApp-Bildschirmspiegelung Betrug

Die niederländische Verbraucherorganisation „Consumentenbond“ hat die Nutzer dazu aufgefordert, bei der Wahl ihres optionalen WhatsApp-Benutzernamens Vorsicht walten zu lassen.

Meta kündigte am 29. Juni 2026 die Einführung von Benutzernamen an und forderte die Nutzer auf, sich ihren Benutzernamen bereits jetzt zu sichern.

Meta bietet diese Funktion wie folgt an:

„Eine wichtige Datenschutzfunktion, die es Ihnen ermöglicht, neue Kontakte zu knüpfen, ohne Ihre Telefonnummer preiszugeben.“

Das neue System bietet den Nutzern drei praktische Optionen: einen bestehenden Facebook Instagram wiederverwenden, einen eigenen, eindeutigen WhatsApp-Benutzernamen erstellen oder die Funktion ignorieren und weiterhin eine Telefonnummer verwenden.

Es gibt jedoch einen wichtigen Haken. Wenn du denselben Nutzernamen beanspruchen möchtest, den du bereits auf Instagram Facebook verwendest, verlangt Meta, dass du deine Konten über das „Accounts Center“ miteinander verknüpfst. Meta erklärt, dass das Hinzufügen von WhatsApp zum „Accounts Center“ ein nahtloses Nutzererlebnis ermöglicht und den Austausch von Informationen zwischen den verknüpften Konten erlaubt. Außerdem wird es für andere Nutzer dadurch einfacher, deine WhatsApp-Identität mit deinen anderen öffentlichen Meta-Profilen in Verbindung zu bringen.

Wie übereinstimmende Benutzernamen Ihre Privatsphäre gefährden können

Wenn Sie Ihren Instagram Facebook auch bei WhatsApp verwenden, lässt sich Ihre Identität leichter über die verschiedenen Apps von Meta hinweg verknüpfen. Auch wenn Ihre Nachrichten privat bleiben, lässt sich Ihre Präsenz im gesamten Meta-Ökosystem besser miteinander verknüpfen, was Meta dabei helfen kann, Profildaten, Nutzerverhalten und den Account-Verlauf miteinander in Zusammenhang zu bringen.

Auf den Hilfeseiten von Meta heißt es, dass das „Accounts Center“ dazu dient, die vernetzten Funktionen von Facebook, Instagram, WhatsApp und anderen Meta-Produkten zu verwalten, und dass das Hinzufügen von WhatsApp den Informationsaustausch zwischen diesen verknüpften Konten ermöglicht. Dabei geht es nicht um den Inhalt der Nachrichten, sondern um das Gesamtbild der Daten rund um Ihr Konto und darum, wie diese miteinander verknüpft sind.

Außerdem entsteht dadurch ein Social-Engineering-Risiko. Wenn jemand Ihren Benutzernamen im Meta-Stil sehen oder erraten kann, ist er möglicherweise in der Lage, Ihre WhatsApp-Identität mit Ihrem Instagram Facebook in Verbindung zu bringen und Informationen aus Ihren Social-Media-Konten für Identitätsbetrug oder andere gezielte Betrugsversuche zu nutzen.

Meta hat diesem Risiko ebenfalls Rechnung getragen, indem es Nutzernamen für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, staatliche Stellen und „bestimmte Varianten“ dieser Namen reserviert hat, sodass nur der rechtmäßige Eigentümer Anspruch darauf erheben kann. So konnte ich beispielsweise meinen Lieblings-Nutzernamen „MetallicaMVP“ nicht beanspruchen. Berichten zufolge waren jedoch einige Nutzernamen, die an prominente Politiker, Prominente, Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen erinnerten, weiterhin zur Reservierung verfügbar.

Unser Rat

Das Verbergen Ihrer Telefonnummer ist eine echte Verbesserung des Datenschutzes. Wenn Sie jedoch denselben Benutzernamen in verschiedenen Apps von Meta verwenden, könnten Sie es sowohl Meta als auch anderen Personen erleichtern, diese Konten miteinander zu verknüpfen.

Am sichersten ist es, einen eindeutigen Benutzernamen zu wählen, der ausschließlich für WhatsApp bestimmt ist, anstatt deinen Facebook Instagram wiederzuverwenden.

Wenn Sie sich für einen Benutzernamen entscheiden, behandeln Sie diesen wie eine öffentliche Kennung: Wählen Sie einen Namen, der schwer zu erraten ist, vermeiden Sie Namensmuster, die direkt auf andere Profile verweisen, und aktivieren Sie alle zusätzlichen Kontakteinschränkungen, die in der App verfügbar sind.

Mit WhatsApp können Nutzer festlegen, wer sie zu Gruppen hinzufügen darf, und es gibt eine separate Option, um zu steuern, wer sie über einen Benutzernamen oder einen Code kontaktieren darf.

Unter „Einstellungen“ > Privacy können Sie festlegen, welche WhatsApp-Nutzer bestimmte Informationen über Sie sehen können.

Unter „Einstellungen“ > „Konto“ > „Benutzername“ können Sie festlegen, wer Sie über Ihren Benutzernamen kontaktieren darf, indem Sie einen Benutzernamenschlüssel aktivieren. Jeder, der zum ersten Mal Kontakt mit Ihnen aufnehmen möchte, muss sowohl Ihren Benutzernamen als auch diesen Schlüssel kennen. Das sollte dazu beitragen, Social-Engineering-Versuche einzudämmen.


Betrüger müssen sich nicht in dein System hacken. Es reicht schon, wenn du einmal darauf klickst. 

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Über den Autor

Pieter Arntz

Malware-Forscher

War 12 Jahre in Folge Microsoft MVP im Bereich Verbrauchersicherheit. Spricht vier Sprachen. Riecht nach edlem Mahagoni und ledergebundenen Büchern.