„Mule-Wetten“ oder Betrugsmaschen mit Glücksspielkonten Dritter sind eine Form des Geldkurier-Betrugs, bei dem Kriminelle Personen anwerben oder dazu zwingen, Glücksspielkonten in ihrem eigenen Namen zu eröffnen. Die Kriminellen nutzen diese Konten anschließend, um Wetten zu platzieren, um so Geld zu waschen und die Herkunft oder den Eigentümer der Gelder zu verschleiern.
Die britische Glücksspielkommission definiert „Mule“-Wettkonten als Online-Wettkonten, die unter Verwendung der persönlichen Daten einer anderen Person eingerichtet werden – mit oder ohne deren Wissen. Sie erklärt, dass Kriminelle eine große Anzahl solcher Konten kontrollieren können, um zu verschleiern, wer die Wetten abschließt und woher das Geld stammt. Die Kommission warnt zudem davor, dass Kriminelle illegale Gelder über Bankkonten Dritter transferieren könnten, um den Prüfpfad zu unterbrechen, wobei sie häufig schutzbedürftige Menschen und Studierende ins Visier nehmen.
Ein typisches Muster ist, dass der Betrüger leicht verdientes Geld verspricht, dem Opfer bei der Kontoeröffnung „hilft“ oder behauptet, er könne seine eigene Identität nicht verwenden. Dies entspricht den allgemeinen Rekrutierungstaktiken für Geldkurier, bei denen Kriminelle online Kontakt zu Personen aufnehmen, schnelles Geld versprechen und das Konto des Opfers nutzen, um Gelder zu transferieren oder zu waschen.
Barclays definiert einen „Money Mule“ wie folgt:
„Ein Geldkurier ist jemand, der Kriminellen erlaubt, sein Bankkonto zum Geldtransfer zu nutzen. Oft weiß der Geldkurier nicht, was wirklich vor sich geht, und wurde dazu manipuliert, eine Tarngeschichte zu glauben, oder durch ein Zahlungsversprechen dazu verleitet.“
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte britische Studie ergab, dass 21 % der Erwachsenen gebeten worden waren, Geld auf ihr Bankkonto entgegenzunehmen, im Namen einer anderen Person einen Kredit zu beantragen oder ein neues Konto zu eröffnen – alles im Austausch gegen Bargeld.
Wetten als Geldkurier sind eine spezielle Form des Geldkurierbetrugs. Diese Konten dienen nicht nur dazu, die Herkunft und den Verwendungszweck krimineller Gelder zu verschleiern, sondern können auch in Wettkriminalität, einschließlich Spielmanipulationen, verwickelt werden.
Man muss sich bewusst machen, dass man sich durch die Tätigkeit als Geldkurier in die organisierte Kriminalität verstrickt. In den USA droht Geldkuriereneine strafrechtliche Verfolgung, und die Behörden warnen davor, dass die Behauptung, „man habe nichts gewusst“, nicht immer als Verteidigung gilt.
Nach Angaben des FBI gehören zu den typischen Zielen Studenten, Arbeitssuchende und Nutzer von Dating-Websites. Der „Mule-Herder“ verspricht in der Regel leicht verdientes Geld und fordert das Opfer dann umgehend auf, ein Bank- oder Wettkonto zu eröffnen oder in seinem Namen Geld entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Das Geld wird von einem Betrugsopfer, aus gestohlenen Mitteln oder von einem anderen „Mule“, der ein Glied in der Kette ist, auf dieses Konto eingezahlt.
Der Straftäter nutzt das Konto anschließend, um Wetten zu platzieren, Geld zu überweisen oder Auszahlungen vorzunehmen – und zwar so, dass das Geld wie Glücksspielgewinne und nicht wie Erlöse aus Betrug erscheint.
Der entscheidende Vorteil für die Kriminellen liegt in der Verschachtelung: Mit jedem zusätzlichen Konto, jeder zusätzlichen Wette, Überweisung oder Auszahlung wird es schwieriger, den Geldfluss nachzuverfolgen. Auf dem Papier erscheint der Kontoinhaber als die Person, die die Transaktionen durchführt, obwohl in Wirklichkeit jemand anderes das Konto kontrolliert.
Aus Sicht des Opfers kann es zunächst wie ein seriöser Nebenverdienst aussehen: leicht verdientes Geld, einfache Aufgaben und das Versprechen, einen Prozentsatz davon behalten zu dürfen. Danach eskalieren die Forderungen in der Regel zu immer häufigeren Überweisungen, Identitätsnachweisen, der Übermittlung von Kartendaten oder der Übergabe der vollständigen Kontrolle über das Konto.
Wie man sicher bleibt
Wie viele Betrugsmaschen beginnen auch „Money-Mule“-Betrugsversuche oft mit kleinen, scheinbar harmlosen Anfragen, bevor sie eskalieren. Der sicherste Ansatz ist ganz einfach: Wenn dich jemand bittet, Geld zu überweisen, und dir dafür eine einfache Belohnung verspricht, gehe davon aus, dass es sich um Betrug handelt – es sei denn, du kannst das Gegenteil unabhängig davon nachweisen.
- Verwenden Sie niemals Ihr eigenes Bankkonto, um Geld für jemand anderen zu überweisen. Seriöse Arbeitgeber oder Unternehmen bitten Sie nicht, Geld über Ihr privates Konto entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Dies ist eine gängige Folgestrategie bei Liebes-, Freundschafts- und Jobbetrug.
- Seien Sie skeptisch gegenüber Angeboten, mit denen leichtes Geld versprochen wird, insbesondere bei „Homeoffice“-Jobs, bei denen eine schnelle Bezahlung für einfache Überweisungen in Aussicht gestellt wird. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das in der Regel auch.
- Informieren Sie sich über jedes Unternehmen oder jede Person, die Ihnen das Angebot unterbreitet, bevor Sie darauf reagieren. Vergewissern Sie sich, dass das Unternehmen tatsächlich existiert, eingetragen und nachprüfbar ist, und seien Sie besonders vorsichtig bei Kontakten aus dem Ausland oder solchen, die schwer zu überprüfen sind.
- Geben Sie niemals Bankdaten, Passwörter, PINs oder Einmal-Passwörter an Personen weiter, denen Sie nicht voll und ganz vertrauen. Der Schutz des Zugriffs auf Ihre Konten hilft dabei, sowohl Nötigungs- als auch Übernahmeversuche zu verhindern.
- Überprüfen Sie Ihre Konten regelmäßig und reagieren Sie umgehend auf unerwartete Einzahlungen oder verdächtige Anfragen. Wenn Geld aus dem Nichts auftaucht, rühren Sie es nicht an, sondern wenden Sie sich sofort an Ihre Bank.
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