WordPress hat eine schwerwiegende Kette von Kernschwachstellen, bekannt als „wp2shell“, behoben, und Website-Betreiber konzentrieren sich verständlicherweise darauf, ihre eigenen Websites zu aktualisieren. Doch es stellt sich noch eine weitere Frage: Was passiert mit normalen Besuchern, wenn sie auf einer kompromittierten Website landen?
Denn eine gehackte Website wird zum Mittel für Betrugsversuche, den Diebstahl von Zugangsdaten, Malware und böswillige Weiterleitungen.
Die wp2shell-Sicherheitslücken sind besonders besorgniserregend, da sie Core betreffen, kein bösartiges oder anfälliges Plugin erfordern und bei anfälligen Versionen ohne Authentifizierung ausgenutzt werden können. Experten zufolge kann die Angriffskette zur vollständigen administrativen Kontrolle über eine Website sowie zur Remote-Codeausführung mit Webserver-Rechten führen, was bedeutet, dass ein Angreifer die Inhalte ändern kann, die die Website den Besuchern anzeigt.
Und Cyberkriminelle sind bereits dabei, ihre schmutzigen Machenschaften zu betreiben:
„Die Ausnutzungsversuche begannen bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Patches. Wordfence beobachtete noch am selben Abend Abtastversuche an Endgeräten sowie SQL-Injection-Versuche, und in den folgenden Tagen wurde öffentlicher Proof-of-Concept-Code gemeldet.“
Sobald Angreifer die Kontrolle über eine WordPress-Website erlangt haben, belassen sie es selten bei der Verunstaltung der Seite. Ein häufiger nächster Schritt besteht darin, unbemerkt JavaScript einzuschleusen, Besucher auf bösartige Seiten umzuleiten oder Inhalte von einer vom Angreifer kontrollierten Infrastruktur zu laden. Dadurch können Besucher – je nach den Zielen des Angreifers – gefälschten Anmeldeseiten, betrügerischen Pop-ups, browserbasierter Malware oder Drive-by-Downloads ausgesetzt werden.
Der mögliche Schaden
Dies ist keine vollständige Liste, aber hier sind einige Beispiele dafür, wie Besucher einer durch „wp2shell“ kompromittierten Website betroffen sein könnten:
- Diebstahl von Anmeldedaten. Angreifer können gefälschte Anmeldeformulare oder iframe-basierte Overlays einblenden, die die Anmeldeseiten von Microsoft 365, Google, Online-Banking-Diensten oder sozialen Medien imitieren, um Benutzernamen und Passwörter zu stehlen.
- Verbreitung von Malware. Die Website kann als Ausgangspunkt für Browser-Exploits und bösartige Downloads genutzt werden oder Besucher auf Seiten umleiten, auf denen Malware gehostet wird.
- Betrug und Betrugsversuche. Besucher werden möglicherweise auf gefälschte Support-Seiten, gefälschte Gewinnspiele oder betrügerische Zahlungsaufforderungen weitergeleitet.
- Nachverfolgung und Profilerstellung. Angreifer können eingeschleuste Skripte nutzen, um Besucher zu identifizieren, Browserdaten zu erfassen und Opfer über mehrere Sitzungen hinweg nachzuverfolgen.
- Suchmaschinenschaden und Reputationsschaden. Suchmaschinen und Sicherheitstools können die Website kennzeichnen, was dazu führen kann, dass Besucher Warnmeldungen erhalten und das Vertrauen in die Website noch lange nach dem ursprünglichen Angriff beeinträchtigt wird.
Was Sie tun können
Seien Sie vorsichtig, auch auf Websites, denen Sie normalerweise vertrauen. Wenn etwas anders aussieht, als Sie es erwarten würden, betrachten Sie dies als Warnsignal.
Seien Sie besonders vorsichtig bei unerwarteten Anmeldeaufforderungen, Download-Aufforderungen und Browser-Warnungen. Für Website-Betreiber bedeutet dies, Sicherheitslücken umgehend zu schließen und eine Kompromittierung als mögliche Gefahr zu betrachten – und nicht als Ausnahmefall.
Halten Sie Ihr Betriebssystem, Ihre Browser und Ihre Sicherheitssoftware auf dem neuesten Stand. Kompromittierte Websites können zudem versuchen, bekannte Sicherheitslücken auf den Geräten der Besucher auszunutzen.
Verwenden Sie eine aktuelle Anti-Malware-Lösung mit Echtzeit-Schutz, die Sie warnt, wenn eine Website versucht, Ihr Gerät zu infizieren.
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