Diese Woche im Lock and Code-Podcast…
Für viele Amerikaner ist das Gehalt eine persönliche Angelegenheit, doch ein neues Auszahlungsmodell, das riesige Mengen an Mitarbeiterdaten verarbeitet, verwandelt das Gehalt in etwas anderes: etwas Personalisiertes.
Für immer mehr Arbeitnehmer in Amerika ist es ungewiss, mit welchem Verdienst sie an einem bestimmten Tag, in einer bestimmten Woche oder in einem bestimmten Monat rechnen können. Sie könnten genauso viele Stunden arbeiten wie in der Schicht zuvor. Sie könnten genauso viele Kunden bedienen. Sie könnten alles so ähnlich wie möglich machen und würden dennoch weniger verdienen als ein anderer Mitarbeiter in genau derselben Position – oder sogar weniger als sie selbst erst letzte Woche.
Der Mechanismus, der dieser Lohnungleichheit zugrunde liegt, wird als algorithmische Lohndiskriminierung bezeichnet. Auch wenn der Begriff neu sein mag, dürften seine Funktionsweise doch recht vertraut klingen.
Der Begriff „algorithmische Lohndiskriminierung“ beschreibt die schwankenden Vergütungen, die Vertragsarbeiter von großen Unternehmen wie Uber und Amazon erhalten. Während viele Arbeitnehmer weltweit auf Festgehälter, Provisionen oder selbst festgelegte Vertragssätze angewiesen sind, ist die Situation bei Uber anders.
Genauso wie Uber entscheidet, was Sie für eine Fahrt zum Flughafen bezahlen, entscheidet Uber auch, was ein Fahrer verdient. Und die Überlegungen hinter dieser Entscheidung sind undurchsichtig. Standort, Verkehrslage, Tageszeit und die Anzahl der Fahrer auf der Straße spielen zwar eine gewisse Rolle, aber nicht die entscheidende. Und genauso wie Uber Ihnen mit einem Blitzangebot oder einem so hohen Preis Anreize bietet, dass Sie vielleicht ein paar Blocks in eine andere Richtung laufen, um einen günstigeren Preis zu bekommen, bietet Uber den Fahrern Anreize in Form von Boni und Herausforderungen, wodurch sie möglicherweise länger auf der Straße bleiben, als sie eigentlich vorhatten.
Das Endergebnis ist also nicht nur eine unvorhersehbare Bezahlung – es ist möglicherweise ein Versuch, Verhalten vorherzusagen und zu steuern.
Für ihre 2023 erschienene Abhandlung mit dem Titel„On Algorithmic Wage Discrimination“ sprach die Rechtsprofessorin Veena Dubal mit zahlreichen Uber-Fahrern, die dieses System mit einer „Casino-Kultur“ verglichen: Die Bezahlung sei zwar unvorhersehbar, doch die Aussicht auf einen Jackpot – oder auch nur eine gute Vergütung für eine einzelne Fahrt – reiche aus, um die Fahrer davon zu überzeugen, Nacht für Nacht und Stunde für Stunde weiterzumachen.
Wie ein Fahrer gegenüber Dubal sagte:
„Das ist wie beim Glücksspiel! Die Bank gewinnt immer.“
Heute sprechen wir im Podcast „Lock and Code“ mit Moderator David Ruiz und Dubal – Professor für Rechtswissenschaften an der UC Irvine School of Law – darüber, wie algorithmische Lohndiskriminierung funktioniert, welche Daten dafür benötigt werden und welche Gefahr davon ausgeht, wenn sie sich von der Gig-Wirtschaft auf immer mehr Branchen ausbreitet.
Schalten Sie heute ein, um das gesamte Gespräch zu hören.
Anmerkungen und Credits anzeigen:
Intro-Musik: „Spellbound“ von Kevin MacLeod (incompetech.com)
Lizenziert unter Creative Commons: By Attribution 4.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Outro-Musik: „Good God“ von Wowa (unminus.com)
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