Aus dem Internetkriminalitätsbericht 2025 des Federal büro Investigation (FBI) geht hervor, dass US-Amerikaner Verluste in Höhe von 893.346.472 US-Dollar durch Betrugsfälle im Zusammenhang mit KI gemeldet haben.
Diese Verluste gehen auf 22.364 Beschwerden im Zusammenhang mit KI zurück. Und diese Zahlen geben lediglich die gemeldeten Verluste wieder, die wohl nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs darstellen.
Die Hauptursachen für die Zunahme von Betrugsfällen mit KI-Einsatz sind Stimmklonen, deepfake und -Videos sowie KI-generierte Skripte. Diese Werkzeuge haben klassische Betrugsmaschen wie Liebesbetrug, Anrufe mit Entführungs- und Erpressungsdrohungen, gefälschte Influencer und das Vortäuschen einer behördlichen Identität erheblich verstärkt.
Michael Machtinger, stellvertretender Abteilungsleiter der Cyberabteilung des FBI, erklärte gegenüber demWall Street Journal:
„Von KI erstellte betrügerische Mitteilungen können selbst für die erfahrensten Personen sehr offiziell und sehr glaubwürdig wirken.“
Das FBI und Finanzinstitute empfehlen, Identitäten über offizielle Kontaktkanäle zu überprüfen. Eine ihrer größten Sorgen sind Betrugsmaschen, bei denen sich Betrüger als Regierungsvertreter ausgeben. Diese haben sich von einfachen Telefonanrufen im Namen der Steuerbehörde IRS, bei denen Geschenkkarten angeboten wurden, zu ausgeklügelten, kanalübergreifenden Betrugsaktionen entwickelt, bei denen gefälschte Anrufer-IDs, gestohlene Logos von Behörden sowie durch KI generierte Audio- und Videoaufnahmen von Amtsträgern kombiniert werden.
Dieser Bericht und andere ähnliche Berichte zeigen, wie KI dazu missbraucht wird, die Recherche über Opfer zu automatisieren, überzeugende Skripte zu erstellen und in großem Umfang äußerst glaubwürdige deepfake zu erschaffen.
KI wird zudem zunehmend bei Business-E-Mail-Betrug (BEC), Liebesbetrug und Identitätsbetrug eingesetzt. In BEC-Fällen, bei denen KI zum Einsatz kommt, belaufen sich die Verluste allein für Unternehmen bereits auf mehrere zehn Millionen Dollar.
Einen umfassenderen Überblick darüber, warum KI solche Betrugsmaschen einerseits begünstigt und andererseits für deren Abwehr unverzichtbar wird, finden Sie in meinem Artikel „KI: Bedrohung, Hilfsmittel oder beides?“.
Darin wird erläutert, wie sowohl Sicherheitsfachleute als auch Kriminelle KI nutzen, um Schwachstellen aufzudecken, und warum Sicherheitsanbieter zunehmend auf KI setzen, um riesige Mengen an Telemetriedaten zu verarbeiten, Anomalien zu erkennen und mit Bedrohungen Schritt zu halten, die sich „nicht mehr im menschlichen Tempo bewegen“.
Wie man sicher bleibt
Verbraucherschutzbehörden haben eine immer länger werdende Liste von Methoden zusammengestellt, mit denen Betrüger künstliche Intelligenz einsetzen, um Menschen zu täuschen. Das Hauptproblem besteht darin, dass wir nicht mehr einfach davon ausgehen können, dass die Person, mit der wir sprechen, tatsächlich die ist, für die sie sich ausgibt.
Behörden und Finanzinstitute empfehlen Ihnen:
- Seien Sie skeptisch gegenüber dringenden Zahlungsaufforderungen, insbesondere solchen, bei denen es um Kryptowährungen oder Geschenkkarten geht
- Beschränken Sie die Menge an Audio- und Videoinhalten, die Sie öffentlich teilen, da diese von Betrügern missbraucht werden können
- Melden Sie Vorfälle umgehend Ihrer Bank bzw. Ihren Banken und bei IC3.gov
Profi-Tipp: Mit Malwarebytes Scam Guard können Sie feststellen, ob es sich bei einer Nachricht um einen Betrugsversuch handelt, und erhalten eine Anleitung für die nächsten Schritte.
Stimmt da etwas nicht? Überprüfen Sie es, bevor Sie klicken.
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