TikTok entgeht knapp einem Verbot in den USA, indem es ein neues amerikanisches Joint Venture gründet.

| 27. Januar 2026
TikTok

TikTok hat möglicherweise einen Weg gefunden, um in den USA online zu bleiben. Das Unternehmen gab Ende letzter Woche bekannt, dass es ein Joint Venture gegründet hat, das größtenteils von US-Investoren finanziert wird. TikTok gab am Freitag die Gründung von TikTokUSDS Joint Venture LLC bekannt, einem Unternehmen mit einem Wert von etwa 14 Milliarden US-Dollar, wodurch es seinen Betrieb in den USA fortsetzen kann.

Dies ist der Höhepunkt eines langwierigen Streits zwischen TikTok und den US-Behörden. Im Jahr 2019 stufte der Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) die Übernahme von Musical.ly durch ByteDance im Jahr 2017 als Risiko für die nationale Sicherheit ein, da die Verbindungen des chinesischen Eigentümers der App zu seinem Staat die Daten der US-Nutzer gefährden würden.

In seiner ersten Amtszeit erließ Präsident Trump eine Durchführungsverordnung, in der er ByteDance aufforderte, das Unternehmen zu verkaufen oder mit einem Verbot zu rechnen. Diese Verordnung wurde von den Gerichten blockiert und später von Präsident Biden durch ein umfassenderes Überprüfungsverfahren im Jahr 2021 ersetzt.

Im April 2024 verabschiedete der Kongress das Gesetz zum Schutz der Amerikaner vor Anwendungen, die von ausländischen Gegnern kontrolliert werden (PAFACA), das Biden unterzeichnete. Damit wurde ByteDance eine Frist bis zum 19. Januar 2025 gesetzt, um sein Geschäft zu veräußern oder mit einem landesweiten Verbot zu rechnen. Da keine Einigung erzielt wurde, stellte TikTok am 18. Januar 2025 freiwillig für etwa 12 Stunden den Betrieb ein. Trump erließ später Durchführungsverordnungen, mit denen die Frist verlängert wurde, was schließlich zu einer Vereinbarung im September 2025 führte, die zur Gründung des Joint Ventures führte.

Drei geschäftsführende Investoren halten jeweils 15 % des neuen Unternehmens: der Datenbankriese Oracle (der zuvor um die Übernahme von TikTok konkurrierte, als ByteDance erstmals zur Veräußerung aufgefordert wurde), die technologieorientierte Investmentgruppe Silver Lake und die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte KI-Investmentgesellschaft MGX (KI = Künstliche Intelligenz).

Weitere Investoren sind das Family Office des Technologieunternehmers Michael Dell sowie Vastmere Strategic Investments, Alpha Wave Partners, Revolution, Merritt Way und Via Nova.

Der ursprüngliche Eigentümer ByteDance behält 19,9 % des Unternehmens, und laut einer internen Mitteilung, die vor der offiziellen Bekanntgabe der Transaktion veröffentlicht wurde, werden 30 % des Unternehmens von verbundenen Unternehmen bestehender ByteDance-Investoren gehalten. Dies trotz der Tatsache, dass die PAFACA eine vollständige Trennung von TikTok in den USA von seinem chinesischen Eigentümer vorgeschrieben hat.

Fokus auf Sicherheit

Das Unternehmen ist bestrebt, die Datensicherheit für seine Nutzer zu fördern. Vor diesem Hintergrund übernimmt Oracle im Rahmen der Vereinbarung die Rolle des „vertrauenswürdigen Sicherheitspartners“ für Datenschutz und Compliance-Audits.

Oracle soll außerdem die Daten der US-Nutzer in seiner Cloud-Umgebung speichern. Das Programm soll Berichten zufolge mit Sicherheitsrahmenwerken wie dem Cybersecurity Framework des National Institute of Standards and Technology (NIST) in Einklang stehen. Andere Apps von TikTok wie CapCut und Lemon8 werden ebenfalls unter den Sicherheitsschutz des Joint Ventures fallen.

Kanadas TikTok-Spannungen

Es war ein arbeitsreicher Monat für ByteDance, mit weiteren Entwicklungen nördlich der Grenze. Letzte Woche hob das kanadische Bundesgericht eine Regierungsverordnung vom November 2024 auf, die die Schließung des kanadischen Geschäfts von TikTok aus Gründen der nationalen Sicherheit vorsah. Die Entscheidung gibt Industrieministerin Mélanie Joly Zeit, den Fall zu überprüfen.

Warum das wichtig ist

Das neue US-Joint-Venture von TikTok verringert das Risiko eines direkten Zugriffs ausländischer Stellen auf amerikanische Nutzerdaten, beseitigt jedoch nicht alle Bedenken, die die App überhaupt erst ins Visier der Regulierungsbehörden gebracht haben. ByteDance behält weiterhin eine wirtschaftliche Beteiligung, der Empfehlungsalgorithmus bleibt weitgehend undurchsichtig, und die Aufsicht hängt eher von Audits und Durchsetzungsmaßnahmen als von einer strikten technischen Trennung ab.

Mit anderen Worten: Diese Vereinbarung verringert zwar das Risiko, macht TikTok jedoch nicht zu einer risikofreien Plattform. Für Nutzer gelten daher weiterhin die gleichen Regeln des gesunden Menschenverstands: Überlegen Sie sich gut, was Sie teilen, und denken Sie daran, dass eine behördliche Genehmigung nicht gleichbedeutend mit vollständiger Datensicherheit ist.


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Über den Autor

Danny Bradbury ist seit 1989 Journalist mit Schwerpunkt Technologie und seit 1994 freiberuflicher Autor. Er berichtet über eine breite Palette von Technologiethemen für ein Publikum, das von Verbrauchern bis hin zu Softwareentwicklern und CIOs reicht. Er schreibt auch Ghostwriting-Artikel für viele Führungskräfte im Technologiesektor. Er stammt aus dem Vereinigten Königreich, lebt aber jetzt in Westkanada.