Deepfake gehen offline (Wiederholung) (Lock and Code, Staffel 7, Folge 12)

| 15. Juni 2026
Ein abgebildetes Vorhängeschloss ist in einen Mikrofonständer eingebaut, wobei Schallwellen von dem Gerät ausgehen.

Diese Woche im Lock and Code-Podcast…

Falls Sie deepfakes bisher nicht deepfakes genommen haben, ist es jetzt zu spät, sie zu ignorieren.

Laut einer neuen Studie von Malwarebytes gab jeder Dritte, der täglich KI nutzt, an, dass es in Ordnung sei, Pornografie von Personen ohne deren Einwilligung zu erstellen.

Vor fast zehn Jahren botdeepfakeHobbyfilmern und Filmschnitt-Profis KI-Tools an, mit denen sie das Gesicht einer Person auf den Körper einer anderen übertragen konnten. In ihren Anfängen führte diese Technologie zu albernen Filmexperimenten wie dem Austausch von Tom Cruise durch Keanu Reeves in „Mission Impossible“. Heute erzeugt dieselbe Technologie etwas weitaus Schädlicheres – gefälschte Nacktbilder von Teenagern.

Im heutigen „Lock and Code“-Podcast mit Moderator David Ruiz greifen wir ein Interview aus dem Jahr 2024 wieder auf, in dem wir mit dem Anwalt David Chiu über seine Klage gegen 16 Websites zur Erstellung deepfake gesprochen haben.

Die in dieser Klage genannten Websites benötigten oft nur ein einziges Bild einer Person, um gefälschte Pornografie zu erstellen. Und obwohl fast jeder mindestens ein Bild von sich selbst online hat – selbst wenn es Hunderte wären –, ist der Weg zur Löschung einigermaßen klar: Zunächst sollte man beliebte Social-Media-Konten deaktivieren und löschen. Doch für die Teenager von heute, die größtenteils online aufgewachsen sind und Bilder direkt mit Freunden, Freunden, Freundinnen und Ex-Partnern teilen, ist es wahrscheinlich unmöglich, jede visuelle Spur von sich selbst zu beseitigen. Außerdem sollten sie dieses Problem nicht alleine bewältigen müssen.

Im „Lock and Code“-Podcast werden häufig strukturelle Probleme thematisiert, die eine individuelle Herangehensweise erfordern. Man muss die Datenerfassung durch Unternehmen umgehen. Man muss die automatischen Kennzeichenlesegeräte in seiner Heimatstadt ausfindig machen. Man muss jede einzelne Nachricht, die man erhält, mit einer gewissen Skepsis prüfen, um sich vor Betrug zu schützen.

Es kommt also selten vor, dass man auf eine Lösung stößt, von der mehr als eine Person profitiert.

Chiu ist Stadtanwalt von San Francisco, was bedeutet, dass seine Behörde nicht nur im Namen der Einwohner von San Francisco, sondern auch im Namen des Bundesstaates Kalifornien Klage erheben kann – und genau das hat sein Team getan, als es gegen die deepfake vorging.

Seitdem hat Chius Abteilung zehn deepfake geschlossen und eine Vergleichsvereinbarung mit einem Unternehmen namens Briver LLC erzielt, wonach dieses keine Websites mehr betreiben darf, die deepfake ohne Einwilligung der Betroffenen erstellen.

Und wie es in Kalifornien läuft, so läuft es auch im ganzen Land.

Im Mai letzten Jahres trat in den Vereinigten Staaten der „Take It Down Act“ in Kraft, der „Rachepornos“ und KI-generierte intime Bilder ohne Einwilligung unter Strafe stellt. Das Gesetz ist nicht perfekt, wird aber bislang wie beabsichtigt angewendet. Im vergangenen Monat gehörten zwei Männer in den USA zu den ersten, die wegen Verstoßes gegen den „Take It Down Act“ angeklagt wurden, da sie angeblich deepfake erstellt hatten, die laut AP „sowohl Prominente als auch Privatpersonen, darunter auch frischgebackene Highschool-Absolventinnen, zeigten“.

Heute greifen wir unser Gespräch mit dem Staatsanwalt von San Francisco, David Chiu, wieder auf – über den wichtigen Kampf gegen deepfake und die eindeutige Gefahr, die seine Behörde für die Öffentlichkeit festgestellt hat.

„Mindestens eine dieser Websites wirbt ausdrücklich damit, dass es sich hierbei um nicht einvernehmliche Handlungen handelt. Ich zitiere: ‚Stell dir vor, du verschwendest Zeit damit, sie auf Dates mitzunehmen, obwohl du einfach die Website X nutzen kannst, X an ihre Nacktfotos zu kommen.‘“

Schalten Sie heute ein, um das gesamte Gespräch zu hören.

Anmerkungen und Credits anzeigen:

Intro-Musik: „Spellbound“ von Kevin MacLeod (incompetech.com)
Lizenziert unter Creative Commons: By Attribution 4.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Outro-Musik: „Good God“ von Wowa (unminus.com)


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