Apples neue iOS befasst sich mit einer versteckten Ebene der Standortverfolgung.

| 3. Februar 2026
Standortverfolgung

Die meisten iPhone-Besitzer haben hoffentlich inzwischen gelernt, mit App-Berechtigungen umzugehen, einschließlich der Freigabe des Standortzugriffs. Es gibt jedoch noch eine weitere Ebene der Standortverfolgung, die außerhalb dieser Kontrollen funktioniert. Ihr Mobilfunkanbieter hat schon immer Ihre Standortdaten erfasst, und bis jetzt konnten Sie nichts dagegen tun.

Apple hat dies in iOS .3 mit einer neuen Einstellung namens„Genaue Standortbestimmung begrenzen” geändert.

Wie Apples Anti-Tracking-System für Mobilfunkanbieter funktioniert

Mobilfunknetze verfolgen den Standort Ihres Telefons anhand der Mobilfunkmasten, mit denen es verbunden ist, in einem als Triangulation bezeichneten Verfahren. In Städten mit einer hohen Dichte an Mobilfunkmasten ist die Triangulation so präzise, dass Ihr Standort bis auf die Straße genau bestimmt werden kann.

Diese Ortung unterscheidet sich von der standortbasierten Überwachung durch Apps, da die Datenschutzeinstellungen Ihres Telefons bisher nicht in der Lage waren, sie zu unterbinden. Selbst wenn Sie die Ortungsdienste vollständig deaktivieren, weiß Ihr Mobilfunkanbieter immer noch, wo Sie sich befinden.

Die neue Einstellung reduziert die Genauigkeit der Standortdaten, die an Netzbetreiber weitergegeben werden. Anstelle einer Straßenadresse sehen Netzbetreiber nur noch die Nachbarschaft, in der sich ein Gerät befindet. Notrufe sind davon jedoch nicht betroffen, da diese weiterhin genaue Koordinaten an die Rettungskräfte übermitteln. Apps wie Apples „Find My”-Dienst, der Ihre Geräte ortet, oder dessen Navigationsdienste sind davon nicht betroffen, da sie mit der Standortfreigabefunktion des Telefons arbeiten.

Warum macht Apple das? Apple hat sich dazu nicht geäußert, aber dieser Schritt kommt, nachdem Mobilfunkanbieter jahrelang Standortdaten falsch behandelt haben.

Leider haben Mobilfunknetzbetreiber mit diesen Daten leichtfertig umgegangen. Im April 2024 verhängte die FCC gegen Sprint und T-Mobile (die inzwischen fusioniert haben) sowie gegen AT&T und Verizon eine Geldstrafe von insgesamt fast 200 Millionen US-Dollar wegen illegaler Weitergabe dieser Standortdaten. Sie verkauften den Zugriff auf die Standortdaten ihrer Kunden an Drittanbieter, die diese dann ohne Zustimmung der Kunden an Dritte weiterverkauften.

Dies entwickelte sich zu einem Albtraum für die Privatsphäre der Kunden. Ein Aggregator namens LocationSmart bot auf seiner Website eine kostenlose Demo an, mit der angeblich jeder den Standort der meisten Mobiltelefone in Nordamerika genau bestimmen konnte.

Begrenzte Einführung

Die Funktion funktioniert nur mit Geräten, die mit den speziellen C1- oder C1X-Modems von Apple ausgestattet sind. Das sind nur drei Geräte: das iPhone Air, das iPhone 16e und das iPad Pro mit Mobilfunk und M5-Chip. Das iPhone 17, das Qualcomm-Silizium verwendet, ist davon ausgeschlossen. Apple kann nur kontrollieren, was seine eigenen Modems übertragen.

Die Unterstützung durch Mobilfunkanbieter ist ebenso begrenzt. In den USA nimmt zum Start nur Boost Mobile an dieser Funktion teil, während Verizon, AT&T und T-Mobile angesichts ihrer bisherigen Bilanz auffällig fehlen. In Deutschland steht die Telekom auf der Teilnehmerliste, während in Großbritannien sowohl EE als auch BT beteiligt sind. In Thailand stehen AIS und True auf der Liste. Derzeit nehmen jedoch keine weiteren Mobilfunkanbieter teil.

Android bietet Android eine gewisse Unterstützung.

Google hat im vergangenen Jahr mit Privacy (HAL) Privacy Android eine ähnliche Funktion eingeführt. Allerdings unterliegt auch diese denselben Einschränkungen: Die Modemhersteller müssen kooperieren, was die meisten jedoch nicht tun. Apple und Google haben keine Kontrolle über die Modems in den meisten Smartphones. Diese Art des Datenschutzes erfordert eine vertikale Integration, über die nur wenige Hersteller verfügen und die nur wenige Netzbetreiber bereit sind zu ermöglichen.

Die meisten Menschen glauben, dass sie durch die Kontrolle der App-Berechtigungen auch die Kontrolle über ihren Standort haben. Diese Funktion macht auf etwas aufmerksam, von dem viele Nutzer nichts wussten: eine separate Tracking-Ebene, die von Mobilfunknetzen verwaltet wird und bei der die Nutzer nach wie vor nur sehr begrenzte Kontrollmöglichkeiten haben.


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Über den Autor

Danny Bradbury ist seit 1989 Journalist mit Schwerpunkt Technologie und seit 1994 freiberuflicher Autor. Er berichtet über eine breite Palette von Technologiethemen für ein Publikum, das von Verbrauchern bis hin zu Softwareentwicklern und CIOs reicht. Er schreibt auch Ghostwriting-Artikel für viele Führungskräfte im Technologiesektor. Er stammt aus dem Vereinigten Königreich, lebt aber jetzt in Westkanada.