Das Datenschutz-Update von TikTok erwähnt den Einwanderungsstatus. Hier ist der Grund dafür.

| 30. Januar 2026
TikTok USA

Könnten im Jahr 2026 fünf Worte erschreckender sein als „Wir ändern unsere Datenschutzbestimmungen“?

Der Zeitpunkt hätte für TikTok US nicht schlechter sein können, als es am 22. Januar Millionen von US-Nutzern ein obligatorisches Pop-up-Fenster zum Datenschutz schickte. Die Nachricht zwang die Nutzer, die aktualisierten Bedingungen zu akzeptieren, wenn sie die App weiterhin nutzen wollten. In dieser Aktualisierung versteckt war eine Formulierung über die Erfassung von „Staatsbürgerschaft oder Einwanderungsstatus”.

Konkret sagte TikTok:

„Die von Ihnen bereitgestellten Informationen können sensible personenbezogene Daten im Sinne der geltenden Datenschutzgesetze des jeweiligen Bundesstaates enthalten, beispielsweise Informationen von Nutzern unterhalb der entsprechenden Altersgrenze, Informationen, die Sie in Umfrageantworten oder in Ihren Nutzerinhalten über Ihre ethnische Herkunft, nationale Herkunft, religiöse Überzeugungen, psychische oder physische Gesundheitsdiagnosen, Sexualleben oder sexuelle Orientierung, Status als Transgender oder nicht-binär, Staatsbürgerschaft oder Einwanderungsstatus oder Finanzinformationen preisgeben.“

Das Internet reagierte negativ. TikTok-Nutzer äußerten sich in den sozialen Medien, wobei einige vermuteten, dass TikTok eine Datenbank zum Einwanderungsstatus aufbaute, und andere versprachen, ihre Konten zu löschen. Es half auch nicht, dass TikTok US am selben Tag zu einem US-amerikanischen Unternehmen wurde, wobei Senator Ed Markey (D-Mass.) die seiner Meinung nach mangelnde Transparenz rund um den Deal kritisierte.

In diesem Fall sind die Dinge vielleicht weniger bedrohlich, als Sie denken. Die Sprache ist nicht neu – sie tauchte erstmals um August 2024 auf. Und TikTok fordert die Nutzer nicht auf, ihren Einwanderungsstatus direkt anzugeben.

Stattdessen umfasst die Offenlegung sensible Informationen, die Nutzer freiwillig in Videos, Umfragen oder Interaktionen mit KI-Funktionen preisgeben könnten.

Die Änderung scheint größtenteils auf das im Oktober 2023 unterzeichnete kalifornische Gesetz AB-947 zurückzuführen zu sein. Das Gesetz hat den Einwanderungsstatus in die Definition des Bundesstaates für sensible personenbezogene Daten aufgenommen und unter strengeren Schutzbestimmungen gestellt. Unternehmen sind verpflichtet, offenzulegen, wie sie sensible personenbezogene Daten verarbeiten, auch wenn sie diese nicht aktiv einholen.

Andere Social-Media-Unternehmen, darunter Meta, erwähnen den Einwanderungsstatus in ihren Datenschutzrichtlinien nicht ausdrücklich. Laut TechCrunch spiegelt dieser Unterschied wahrscheinlich wider, wie spezifisch ihre Offenlegungsformulierungen sind – und nicht einen bedeutenden Unterschied hinsichtlich der tatsächlich erhobenen Daten.

Eine bedeutende Änderung in der aktualisierten Richtlinie von TikTok betrifft die Standortverfolgung. In früheren Versionen hieß es, dass TikTok keine GPS-Daten von US-Nutzern sammelt. Die neue Richtlinie besagt, dass je nach Benutzereinstellungen genaue Standortdaten erfasst werden können. Nutzer können diese Verfolgung Berichten zufolge deaktivieren.

Lesen Sie das gesamte Spielfeld, nicht nur ein Feld.

Bedeutet das also, dass TikTok – oder jedes andere Social-Media-Unternehmen – unser Vertrauen verdient? Das ist eine schwierigere Frage.

Es gibt immer noch Warnsignale. Im April hat TikTok stillschweigend eine Verpflichtung gestrichen, Nutzer vor der Weitergabe von Daten an Strafverfolgungsbehörden zu benachrichtigen. Laut Forbes hat sich das Unternehmen auch geweigert, Auskunft darüber zu geben, ob es Nutzerdaten an Behörden wie das Department of Homeland Security (DHS) oder die Immigration and Customs Enforcement (ICE) weitergibt oder weitergeben würde.

Diese Unsicherheit ist das eigentliche Problem. Social-Media-Unternehmen sind dafür bekannt, dass sie riesige Mengen an Nutzerdaten sammeln und sich darüber, wie diese später verwendet werden könnten, vage äußern. Die Empörung über eine besonders explizite Offenlegung ist verständlich, aber das Datenschutzproblem reicht viel tiefer als eine einzelne Aktualisierung der Richtlinien eines Unternehmens.

Die Menschen haben Grund zur Sorge, solange sich die Plattformen nicht ausdrücklich dazu verpflichten, keine sensiblen Daten zu sammeln oder abzuleiten – und sich ausdrücklich dazu verpflichten, diese nicht an Regierungsbehörden weiterzugeben. Und selbst dann ist Skepsis angebracht. Diese Unternehmen haben eine lange Tradition darin, ihre Richtlinien stillschweigend zu ändern, wenn es ihnen passt.


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Über den Autor

Danny Bradbury ist seit 1989 Journalist mit Schwerpunkt Technologie und seit 1994 freiberuflicher Autor. Er berichtet über eine breite Palette von Technologiethemen für ein Publikum, das von Verbrauchern bis hin zu Softwareentwicklern und CIOs reicht. Er schreibt auch Ghostwriting-Artikel für viele Führungskräfte im Technologiesektor. Er stammt aus dem Vereinigten Königreich, lebt aber jetzt in Westkanada.